Das BIP-Ergebnis mag eine gewisse Erleichterung gebracht haben, dass die Wirtschaft noch wächst. Dieses Ergebnis ist jedoch noch keine Garantie dafür, dass die Lage besser ist und dass das Wachstum im Jahr höher ausfallen wird als die derzeitigen Erwartungen von rund 2,5 % im Jahresvergleich, das sogenannte PIBinho, die Verkleinerungsform von BIP auf Portugiesisch.
Das verarbeitende BIP dürfte im dritten Quartal deutlich zurückgehen, bedingt durch eine Verlangsamung in der verarbeitenden Industrie und eine deutliche Abschwächung im Baugewerbe.
Die Inflation liegt ebenfalls nahe der Obergrenze der von der Zentralbank angestrebten Spanne von 2,5 % bis 6,5 %. Dies veranlasst sie, den Leitzins SELIC anzuheben, der bereits bei 9 % pro Jahr liegt. Die jüngste Schwächung des brasilianischen Real wird inflationsfördernde Effekte haben und dazu führen, dass die Zentralbank die Zinsen weiter anhebt und damit das Wirtschaftswachstum abkühlt.
Jede militärische Intervention in Syrien würde ein noch schlechteres Szenario für das BIP-Wachstum verursachen, da Investitionen aus den Schwellenländern in US-Staatsanleihen und andere sichere Optionen in der entwickelten Welt abfließen würden. Dies wird die für Investitionen in Brasilien verfügbare Liquidität verringern und den brasilianischen Real weiter schwächen.
Die gute Nachricht ist, dass Sektoren, die hauptsächlich auf den Export ausgerichtet sind, sowie Sektoren, die stark mit Importen konkurrieren, von dem derzeit schwächeren Real entlastet werden. Das betrifft Stahl, Holz, Landwirtschaft und die verarbeitende Industrie im Allgemeinen. Dies kann mittelfristig helfen, diese Abwärtsspirale aus schwachem BIP und hoher Inflation abzufedern.
Während das vierteljährliche Wachstum von 1,5 % zwar besser als erwartet und ein kleiner Trost, insbesondere für die Politiker, war, blickt diese Zahl in den Rückspiegel und dürfte sich kurzfristig und sogar langfristig nicht wiederholen, falls im Land keine fiskalischen Reformen umgesetzt werden.

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