Warte mal … Was hat Fußball mit Wirtschaft oder Aktieninvestments zu tun? Und noch schlimmer: Wie kann ein negatives Ergebnis für das Land positiv für seine Wirtschaft sein?
Gute Fragen. Und um sie zu beantworten, müssen wir uns daran erinnern, dass dieses Jahr in Brasilien auch Wahljahr ist und dass Fußball hier nicht einfach nur irgendein Sport ist. Es ist DER Sport, dem alle folgen. Es ist für uns fast peinlich, dass wir praktisch keinen anderen Sport haben. Aber die Realität ist: Er kann die Stimmung im Land verändern.
Das andere, dessen man sich bewusst sein muss, ist, dass ganz egal, was auf dem Spielfeld passiert, eines für diese Weltmeisterschaft sicher ist: Es wird Proteste geben! Vielleicht nur friedliche, vielleicht nicht. Tatsächlich soll PCC, eine kriminelle Organisation, angeblich weniger friedliche Proteste mit Black Block organisieren. Nun ist die Bevölkerung im Allgemeinen gegen jede Form von gewalttätigem Protest und würde Regierung und Polizei dabei unterstützen, diese einzudämmen. Der Teil, der das Wahlszenario wirklich verändern kann, sind tatsächlich die friedlichen Proteste. Und der Grund dafür ist, dass diese von der Mehrheit der Bevölkerung unterstützt werden und dazu neigen, sehr negativ gegenüber der derzeit regierenden Regierung zu sein.
Ergibt immer noch keinen Sinn? Wir kommen schon dahin … Bleib dran.
Also, was könnte die Stimmung der Bevölkerung gegenüber der Weltmeisterschaft verändern? Ein brasilianischer Sieg. Wenn Brasilien den Hexa holt, werden die Proteste an Kraft verlieren. Mach dir da nichts vor: Die meisten Menschen in Brasilien sagen, sie seien gegen die Austragung der Weltmeisterschaft hier, aber sie werden sich definitiv einbringen, sobald der Ball zu rollen beginnt.
Wenn Brasilien also gewinnt, ist es sehr wahrscheinlich, dass die Regierung ein kleines bisschen Luft bekommt und Dilma dadurch stärker für die Wiederwahl im Oktober/November wird.
Und genau deshalb solltest du gegen Neymar und sein Team anfeuern, wenn du long bist. In letzter Zeit ist die inverse Beziehung zwischen Dilmas Abschneiden in den Wahlumfragen und dem Aktienmarkt sehr deutlich geworden. Warum? Weil ihre Regierung für den privaten Sektor einfach mies ist (sorry für den technischen Ausdruck). Die PT, die Arbeiterpartei, zu der Dilma gehört, hat starke Sozialprogramme und eine gute Bilanz beim Herausführen von Menschen aus der Armut (vor allem in Lulas ersten vier Jahren), was natürlich großartig ist! Aber sie tätigen nicht die notwendigen Investitionen und Reformen, die das Land dringend braucht.
Also … was bleibt? Vamos España! 🙂

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